Deutsche Produktion sinkt im Juni wie erwartet 08-Aug-2012 Von Hans Bentzien
Die Produktion im produzierenden Gewerbe Deutschlands ist im Juni wie erwartet zurückgegangen, wobei die Erzeugung von Investitionsgütern besonders schwach war. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, sank die Produktion gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent, nachdem sie im Mai um revidiert 1,7 Prozent angezogen hatte. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen Rückgang um 0,8 Prozent prognostiziert. Vorläufig war das Plus im Mai auf 1,6 Prozent beziffert worden.
Die Industrieproduktion nahm um 1,0 Prozent ab, wobei die Hersteller von Investitionsgütern einen Produktionsrückgang um 1,6 Prozent meldeten. Gleichzeitig wurden 0,3 Prozent weniger Vorleistungs- und 0,9 Prozent weniger Konsumgüter hergestellt als im Monat zuvor. Im Bauhauptgewerbe sank die Produktion um 2,0 Prozent, während die Energieerzeugung etwas ausgeweitet wurde.
Im gesamten ersten Quartal unterschritt die Produktion ihr Vorquartalsniveau um 0,2 Prozent, was das Ministerium als "immer noch relativ robuste" Entwicklung bewertete. Mit Blick auf die nächsten Monate äußerte sich das BMWi jedoch nur vorsichtig: "Angesichts der gegenwärtig etwas zurückhaltenden Entwicklung der Bestellungen bleiben die Aussichten für die Industrieproduktion vorerst verhalten." Allerdings profitiere das Bauhauptgewerbe von günstigen Rahmenbedingungen. Hier stieg die Produktion im zweiten Quartal um 4,4 Prozent, während sie in der Industrie um 0,5 Prozent rückläufig war. |