To: bart13 who wrote (89332 ) 4/22/2012 1:55:50 PM From: Haim R. Branisteanu Respond to of 219334 Geithner screams print print to the EU but the US refuses to add funds to the IMF DJ USA und Europa beharken sich über Krisenpolitik 22-Apr-2012 FRANKFURT/WASHINGTON (Dow Jones)--US-Amerikaner und Europäer beharken sich darüber, welche Politik die richtige ist, um der Schuldenkrise Herr zu werden. Bei der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) am Wochenende lehnten die USA einen eigenen Beitrag zu Erhöhung der IWF-Krisenmittel ab und forderten statt dessen die Europäer auf, mehr gegen die Krise zu tun. Aber die keilten zurück. US-Finanzminister Timothy Geithner sagte, die Eurozone brauche stärkere Maßnahmen von Regierungen und EZB, um eine mögliche Verschärfung der Krise zu verhindern. "Der Erfolg in der nächsten Phase der Krisenbekämpfung wird von Europas Bereitschaft und Fähigkeit abhängen, gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank seine Instrumente und Prozesse kreativ, flexibel und aggressiv zu nutzen, um die Staaten bei der Umsetzung ihrer Reformen zu unterstützen", sagte Geithner im IWF-Lenkungsausschuss. Was Geithner meint, ist: Die Europäer gefährden mit ihrer Finanzkrise die Weltwirtschaft, sie sollen bitte über ihren eigenen Schatten springen und ihre Probleme so entschlossen angehen, wir wie das in der Finanzkrise getan haben. Die US-Notenbank hat ihre Bilanz im Rahmen geldpolitisch motivierter Wertpapierkäufe weit deutlicher ausgedehnt als die EZB und so quasi für Nullzinsen gesorgt. Sie ist inzwischen der wichtigste Abnehmer von US-Staatsanleihen, während die EZB mehr oder weniger verschämt geringe Mengen Staatsanleihen gekauft hat und das entsprechende Programm derzeit ruhen lässt. Vor allem EZB-Offizielle jedoch machten in Washington deutlich, dass sie die EZB aus ihrer Sicht erst einmal genug getan hat. Präsident Mario Draghi wies die Forderung nach weiteren Zinssenkungen zurück, Ratsmitglied Ewald Nowotny sagte, er sei für eine Geldpolitik der ruhigen Hand und Ratsmitglied Christian Noyer erklärte, weitere Refinanzierungsgeschäfte mit mehrjähriger Dauer seien nicht nötig, die EZB dürfe die Inflationsbekämpfung nicht aus dem Auge verlieren. Der IWF-Lenkungsausschuss hatte den Eurozone-Staaten in seiner Abschlusserklärung ins Stammbuch geschrieben, es brauche weitere Fortschritte bei der Verbesserung der Schuldensituation und der Finanzstabilität. Mehr Vertrauen und Produktivität, eine bessere Balance innerhalb des Euroraums und in starkes Wachstum seien nur über entschlossene Strukturreformen zu haben. Zur Erhöhung der Finanzstabilität haben die Europäer in jüngster Zeit bedeutende Beiträge geleistet. Die Euro-Rettungsfonds wurden zumindest zeitweise zusammengelegt, was ihr Volumen auf nahezu 1 Billion Euro erhöht. Zudem sagten die Europäer dem IWF zusätzliche Ressourcen zu, woraufhin andere Industrie- und Schwellenländern ebenfalls Finanzierungszusagen machten. Demnächst verfügt der IWF damit über zusätzliche Mittel von 430 Milliarden US-Dollar. Es könnten noch mehr sein, wenn die USA als Wirtschaftsmacht Nummer Eins und größter IWF-Aktionär auch mitgezogen hätten. Taten sie aber nicht. Finanzminister Timothy Geithner begrüßte die Mittelaufstockung lediglich und verwies darauf, dass die US-Notenbank stattdessen über Swap-Geschäfte Dollar-Liquidität freigegeben und damit geholfen habe, das Finanzsystem der Eurozone wieder ans Laufen zu bringen, als es am Rande des Kollaps stand. Dadurch, dass die USA dem IWF keine weiteren Mittel zur Verfügung stellen, verlieren sie nun auch ihren Status als größter Geldgeber des Fonds. Diese Rolle hat künftig Japan inne, wo im Oktober auch die das nächste Treffen des IWF-Lenkungsausschusses stattfinden wird. EZB-Ratsmitglied Nowotny kritisierte die Haltung der USA. "Ich bedauere, dass die USA nicht mitmachen, obwohl sie für sich doch eine führende Rolle im IWF beanspruchen. Ich denke, man hätte eigentlich erwarten können, dass sie mitmachen", sagte er. Eine andere, vom IWF-Lenkungsausschuss aufgestellte Forderung, dürfen die USA ebenfalls auf sich beziehen: Viele Industrieländer, so heißt es in der Abschlusserklärung, müssten sich um eine glaubwürdige Finanzpolitik und einen Abbau der Staatsschulden bemühen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erinnerte in seiner Rede vor dem Lenkungsausschuss daran, dass nicht nur Europa vor großen haushaltspolitischen Herausforderungen stehe. Vor allem die USA und Japan müssten eine "glaubwürdige mittelfristige Strategie" vorlegen, wie sie ihre Defizite und ihren Schuldenstand zu verringern gedächten, sagte Schäuble. Der Minister erinnerte an die Verpflichtung der Industriestaaten vom G-20-Gipfel 2010 ihre Defizite bis 2013 zu halbieren. -Von Hans Bentzien, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300, Hans.Bentzien@dowjones.com